Vertragstheorie
Ein Gedankenexperiment - stellen Sie sich vor:
Unzählige
Menschen leben nebeneinander. Es gibt keinen Ordnungsrahmen. Sie leben völlig
frei und unabhängig, aber auch ohne jeden Schutz.Die Menschen erkennen, dass sie aufeinander angewiesen sind. Sie suchen nach einer verbindlichen Ordnung.
Frage: Wie könnte oder müsste diese Ordnung – eine politische Ordnung – aussehen?
Formulieren
Sie eine Antwort. Bei der Suche danach stoßen Sie auf das Kernproblem der
Vertragstheorie.
Wie schafft man eine politische Ordnung, in der Freiheit, Recht und Gerechtigkeit herrschen?
Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 entwickelt sich in mehreren Staaten
Europas ein politisches System, das als „Absolutismus“ bezeichnet wird. Könige und
Fürsten streben nach uneingeschränkter Herrschaft und betrachten sich als alleinige
Träger der staatlichen Souveränität. Der Herrscher nimmt für sich das Recht in Anspruch,
Gesetze zu erlassen, sie ausführen zu lassen und über ihre Einhaltung zu wachen. Er
bestimmt die Höhe der Steuern und lässt sie eintreiben. Vielfach kümmert sich der Sou-
verän auch um die Entwicklung des Handels und des Gewerbes mit dem Ziel, die staat-
lichen Einnahmen zu erhöhen (Merkantilismus).
Als das eindrucksvollste Beispiel uneingeschränkter, also absoluter Herrschaft gilt der
„Sonnenkönig“ Ludwig XIV. (1638–1715) in Frankreich. So wie kein Leben ohne Sonne
möglich ist, sieht er sich als unersetzbaren Mittelpunkt und Beweger des Staates und
der Gesellschaft. Nach seinem Selbstverständnis verkörpert der Fürst den Staat allein. Er
beruft sich dabei auf den göttlichen Auftrag. Angeblich soll er gesagt haben „L’état
c’est moi“, „Der Staat bin ich“.
Gruppenarbeit am 23. bis 24.02.2015
Rollenspiel
Ein fiktives Streitgespräch: Wozu braucht man einen Staat?
Stellen Sie sich vor, Thomas Hobbes, John Locke und Jean-Jacques Rousseau kämen zu einer Fernsehdiskussion zusammen ...
Die Fernsehdiskussion findest du hier.
Gruppenarbeit
- Vergleichen Sie die unterschiedlichen Auffassungen Hobbes‘, Lockes und Rousseaus hinsichtlich des Urzustandes des Menschen.
- Wie begründen die Diskussionspartner jeweils die Notwendigkeit und Aufgabe des Staates?
Gruppe 3 Gruppe 1 Gruppe 2
Lösung:





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